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Keine Kleinkinder in Obhut nehmen

Keine Kleinkinder in Obhut nehmen ohne Mutter

Kaiserslautern nimmt Kleinkind in Obhut

Das Amtsgericht Kaiserslautern hat nochmal zugeschlagen: Selbe Familie, selbe Richterin, nunmehr ist das jüngste Kind dran, eine 1 1/2 jährige Tochter ist nunmehr erstmal weg. Lassen wir einmal aussen vor, dass ein Kinderheim in der Pfalz vorab hierüber informiert war und damit die beiden besorgten Brüder manipuliert hat. Diskutieren wir auch nicht grundsätzlich die Frage, ob diese weitere Inobhutnahme notwendig war oder nicht. Ich stelle mir heute die Frage, ob Kleinkinder wirklich ohne Mutter in Obhut genommen werden müssen. Ich sage nein. Keine Kleinkinder in Obhut nehmen!

 

Keine Kleinkinder in Obhut nehmen

Niemals sind Kleinkinder in Obhut zu nehmen

 

Mutter-Kind-Heim

Das Prinzip des verhältnismäßigeren Mittels bedingt meiner Meinung nach bereits deutlich, dass Kleinkinder niemals ohne Mutter in Obhut zu nehmen sind. Ich kann mir schlechterdings keine Familienprobleme vorstellen, die nicht durch konsequente Begleitung, durch Fachpersonen wie Hebammen, Auflagen wie Kindertagesstätte oder eben als letzte Maßnahme ein Mutter-Kind-Heim abzuwenden wären.Das Amtsgericht via (c) Google Maps

Natürlich weiss ich, dass immer das Argument kommt, dass man auch im Mutter-Kind-Heim nicht 24 Stunden am Tag eine Mutter und ein Kind beaufsichtigen könne (was aber m.E. die Existenz von solchen Einrichtungen als solches in Frage stellt). Und ich bin weiß Gott auch kein Freund von solchen Einrichtungen, weil sie nicht zur Selbstständigkeit erziehen und eines der klassischen Probleme von Elterndasein ausblenden: Manche Dinge lernt man eben indem man sie tut und besser wird. All das wird in Mutter-Kind-Heimen zu selten gefördert. Aber bevor ein Kind weg ist, ist diese letzte Alternative besser.

Vorbeugen

Wichtig ist es, dass man bei drohender Inobhutnahme eigene Unterstützung sucht und ggf. eigene Hilfe wie Hebamme oder Kindertagesstätte sucht. Dadurch steigern sich die Hürden für eine Herausnahme und dadurch verbessert sich die Argumentationsmöglichkeiten – auch wenn die Frage der Verhältnismäßigkeit meist nur formelhaft diskutiert wird.

 

Keine Kleinkinder in Obhut nehmen

Kleinkinder sollten niemals ohne Elternteil in Obhut genommen werden. Kein Kleinkind sollte von seiner Mutter getrennt werden. Ich habe schon oft gesagt dass meiner Meinung nach Jugendämter und Kinderheime nicht ganz abgeschafft werden können. Weil es leider so ist, dass es Situationen gibt in denen man Kinder herausnehmen muss. Dass wir aber viel zuviele solcher Fälle haben, ist auch klar. Gleichwohl, unter dieser Prämisse, vertrete ich die Auffassung dass ultima ratio bei Kleinkindern immer nur die Auflage sein kann, in ein Mutter-Kind-Heim einzuziehen. Erst wenn eine solche Maßnahme versucht wurde und abgebrochen werden musste und darüber hinaus auch sonstige Maßnahmen keinen Erfolg versprechen, ist eine Inobhutnahme diskutierbar.

Dass man einem fünfjährigen Bruder aber eine Inobhutnahme ankündigt, ist ein No-Go. Aber darauf kommt es im Moment nicht mehr an. Die ersten Jahre sind so prägend für die Mutter-Kind bzw. Eltern-Kind-Beziehung, dass Eingriffe meiner Meinung nach nie wieder gut zu machen sind. Wer so einen Eingriff vornimmt, der sollte schon sehr weitreichende Begründungen haben – aber dazu stehen die Chancen in Kaiserslautern ja schlecht.

Langhans nachdenklich: Muss er in den Knast

Live: Muss der Langhans in den Knast?

Der sogenannte Heimkinderskandal in Rheinland Pfalz beschäftigt meine Leser, Freunde und Mandanten schon länger. Seit August 2017 hat die Staatsanwaltschaft Landau ja alle Ermittlungsverfahren eingestellt, selbst diejenigen, bei denen noch gar nicht alle Zeugen vernommen wurden. Muss jetzt der Langhans in den Knast?

Heimkinderskandal in Silz

Bereits im Juni/Juli 2016 versuchte der Heimträger, mir als rechtlichem Vertreter von vielen betroffenen Kindern und Familien, einen Maulkorb aufzuerlegen – den ich natürlich negierte.

Unterlassungsverfügung gegen Langhans

Rechtlich ist es seit dieser Unterlassungsverfügung so, dass ich bestimmte Dinge nicht mehr behaupten darf, zB dass bestimmte Straftaten in jenem Kinderheim stattgefunden haben – obwohl ich eidesstattliche Versicherungen habe, die etwas anderes aussagen, und obwohl sich ein Täter auch an mich und die Medien gewandt hat. Das ist auch der Kern, weshalb ich gegen diese Unterlassungsverfügung verstoßen habe: Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen. Ich möchte „meinen“ Opfern, aber auch anderen Opfern von anderen Taten, Mut zusprechen, dass dieser Staat uns nicht einschüchtern kann. Deshalb sitze ich gerne die Zeit ab, die mir das Landgericht Landau auferlegt hat: 7 Tage dafür, dass ich die Pressekonferenz abhielt, in der sich ein Täter outete, vier Tage dafür, dass ich die Petition, die explicit Aufklärung (!) forderte, erst nicht löschte.

Muss also der Langhans in den Knast?

Einige „meiner“ Opfer sagten mir, ich solle es sein lassen und nichts mehr riskieren. Ich sage nein. Ich weiss, Ihr habt schwere Zeiten hinter Euch. Ich weiss, dass Euch niemand glaubt, man Euch als Schlampen und leichte Mädels hinstellt. Aber ich, ich habe in Eure Augen und Eure Herzen gesehen und deshalb glaube ich Euch. Niemand muss vor der Wahrheit Angst haben. Diese kommt sowieso ans Tageslicht…

Andere sagten mir ich sollte Gnadengesuche usw stellen. Warum denn das? Ich brauche keine Gnade!

Dann muss der Langhans in den Knast, das ist dann eben so…

Was ich bis heute nicht verstehen kann ist wie Gerichte eine eidesstattliche Versicherung akzeptieren als Beweismittel von einer Person, die offenkundig niemals beschuldigt war DIESE Straftaten ausgeführt zu haben. Jedermann kann nur versichern, was er selbst erlebt oder selbst getan oder gesehen hat. Aber in bestimmten Fällen gelten eben andere Regeln 🙂

Für die, die meinen mir Ratschläge geben zu müssen, dass dies alles ein Fehler sei: Es geht nicht um Euch. Es geht um Kinder und junge Erwachsene, es geht um unbändiges Leid und unerträgliche Bürden. Habt Mut, Ihr alle. Wenn es um Eure Kinder ginge, wüsstet Ihr warum ich tue was ich tue. So ist er eben, der Langhans. Auch wenn er dazu in den Knast geht.