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Langhans und Franz telefonieren über Flucht in die Schweiz

Flucht in die Schweiz eine Lösung? Ein Gespräch mit Frau Franz

Der Fall hat dieser Tage Schlagzeilen gemacht: Eine Mutter ist, um den Behörden und einem Kaufbeurer Amtsgerichtsbeschluss zu entkommen, in die Schweiz geflüchtet. Dort hat sie mit einem eingetragenen „rechtlichen“ Vater Asyl beantragt. Ist die Flucht in die Schweiz eine Lösung?

Die schweizer KESB hat das Kind unmittelbar nach Geburt – ohne Kontakt zur Mutter zu gewähren – in Obhut genommen. Auch der „Vater“ konnte sein Kind nicht sehen. Inzwischen soll das Kind „entführt“ worden sein.

Flucht in die Schweiz eine Lösung?

Dass Eltern Lösungen suchen, um Problemen mit den Jugendämtern zu entgehen, ist nachvollziehbar. Leider verkennen viele die Tragweite solcher Handlungen wie Flucht, insbesondere dass beim Misslingen eines solchen Husarenrittes weitere Lösungsfindungen erheblich erschwert werden. Über dieses uns weitere Probleme unterhalte ich mich mit Stephanie Franz:

Dass die Schweizer KESB sogar Schweizer Staatsbürger an das Deutsche Jugendamt ausliefert, sollte seit langem bekannt sein. Welch geringerer Schutz dürfte dann Deutschen Staatsbürgern zufallen?
Auch Beamtendumm hat hierüber ausführlich berichtet. Warum teile dieser Berichterstattung kontraproduktiv sein könnten, erörtern wir ebenso wie die Auswirkungen solcher „Fluchten“. Auch der Verein Lichtblick e.V. ist involviert.

Auf eine Spendenaktion von Beamtendumm möchte ich gleichwohl hinweisen, auch wenn ich diese kritisch sehe.

Flucht in die Schweiz ist keine Lösung!

Flucht in die Schweiz ist also keine Lösung. Die Probleme werden kaum kleiner, die Schweizer Kesb ist ebenso „aktiv“ bei Entziehungen wie das Deutsche Jugendamt, die Schweiz ist teuer und ein doch eher fremder Rechtsraum mit all seinen Kantonsregelungen. Ohne Moos nix los – dieser Fakt betrifft die Schweiz umso mehr, unabhängig davon dass sich die Schweiz auch zunehmend gegen Zuzug aus Deutschland abzuschotten versucht.

Lösungsansätze in Deutschland: Hilfsangebote annehmen!

Es gibt aber auch ausreichend Lösungsansätze in Deutschland, falls man wirklich Probleme hat in der Erziehung. Auch hierauf gehen wir in diesem Gespräch kurz ein: Solche Lösungsansätze sind im Interesse des Kindes durchaus den Lösungen vorzuziehen, die die Selbsthilfe mit sich bringt: Denn wer will sein Kind dauerhaft im Ausland aufwachsen sehen, fern von Freunden und Unterstützern? Ist dies im Interesse des Kindes?

Das Kind ist bei einer Flucht in die Schweiz ebensowenig Besitz der Jugendämter/des KESB wie der Mutter – das darf man bei aller berechtigter Kritik niemals vergessen.