Wie verhält es sich mit der Verhältnismäßigkeit?

Verhältnismäßig

Maßnahmen im Sorgerecht müssen verhältnismäßig sein. D.h. das die entsprechende Gefahr für das Kindeswohl nicht auf andere Art und Weise als durch Wegnahme des Kindes beseitigt werden kann. Solange es also andere Alternativen gibt, die erfolgreich sein können, kann ein Kind nicht aus einer Familie herausgenommen werden. Diesem Grundsatz verkennen Gerichte und Jugendämter häufig. Eine Inobhutnahme ist dann unzulässig, wenn es andere Möglichkeiten zur Gefahrsbeseitigung gibt. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man einer anderen ärztlichen Meinung folgt als es das Jugendamt präferiert. Im Alltag stößt man hier aber an erhebliche Probleme: Denn Jugendämter wollen partout ihre Sicht der Dinge durchdrücken und haben oft kein Auge für andere Möglichkeiten der Problemlösung. Nach dem verfassungsrechtlich aber nicht die perfekte Erziehung geschuldet ist gibt es hier keinen Vorrang vor einer staatlichen Umerziehung. Wie verhält es sich mit der Verhältnismäßigkeit?

Beratung durch Jugendamt

Eigentlich wäre es Aufgabe der Jugendämter, hier beraterisch tätig zu sein. Im Alltag Versagen die Behörden regelmäßig. Oft verkennen sie andere Lösungen oder beraten gar nicht über Möglichkeiten, Verschweigen Kontaktanschriften oder Fragen bei Maßnahmen nicht nach offenen Plätzen. Hier ist Engagement der Eltern mithilfe des Internets gefragt. Sucht selbst Alternativen, auf Mutter-Kind-Heime, Kursen, Beratungsstellen. Verlasse euch nie auf die Aussagen des Jugendamtes. Selbsthilfe ist besser als sich auf Dritte zu verlassen. Es geht ja um eure Kinder.

Reduziert Inobhutnahmerisiko

Je mehr Möglichkeiten ihr anbietet, desto höher werden die Hürden für eine Inobhutnahme. Habt Ihr berechtigte Zweifel am weiteren Vorgehen des Jugendamtes, überlegt euch eine Schutzschrift zu hinterlegen, in der ihr deutlich macht, dass ihr kompromissbereit seid. Für ein Gericht oder Beschwerdegericht beschädigt, diese Hürden des §§ 1666 BGB zu nehmen, wenn eine Vielzahl von Hilfeangeboten konkret angeboten und möglich sind. Zwar muss man oftmals auch darauf hinweisen, dass die Annahme von Hilfsangeboten weitere Risiken und Gefahren beinhaltet. Wenn aber oberstes Ziel die Vermeidung einer Inobhutnahme ist, dann sind eigene Vorschläge meiner Meinung nach alternativ los.

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