Methodenkritische Stellungnahme vs. familienpsychologisches Gutachten

Der Showdown in vielen Familienverfahren: Methodenkritische Stellungnahme vs. familienpsychologisches Gutachten. Doch was ist der Unterschied zwischen einem familienpsychologischen Gutachten und einem Gutachten, das nur eine Methodenkritische Stellungnahme darstellt? Diese Frage stellt sich für jeden, der über renommierte „Gegengutachter“ wie Leitner gegen ein gerichtliches Gutachten vorgeht.

Familienpsychologisches Gutachten

Ein familienpsychologisches Gutachten soll für das Gericht herausfinden, ob psychologisch Anhaltspunkte für eine Gefahr für das Kind bestehen. Hierzu werden Tests durchgeführt und beobachtet, wie das Kind mit den Eltern umgeht.

Die methodenkritische Stellungnahme

Eine methodenkritische Stellungnahme hingegen klärt diese Fragen des gerichtlichen Gutachtens nicht. Es fokussieren sich ausschließlich darauf, ein gerichtliches Gutachten zu zerstören. Dazu werden Fehler, falsche Herangehensweisen, abweichen vom Gutachtensauftrag und Ähnliches herausgearbeitet. Eine solche Stellungnahme kann dem Gericht aber nicht die Kenntnisse geben, die das Gericht benötigt um zu entscheiden. Stattdessen muss das Gericht im Idealfall dann ein neues Gutachten einholen.

Wer also eine solche Methodenkritische Stellungnahme angefordert, muss sich bewusst sein dass damit allein der Fall nicht gewonnen wird. Zwar ist die Erziehungsfähigkeit aus Art. 6 Abs. 2 GG bei jedem Elternteil immanent. Gerade in Fällen aber, in denen Fehlverhalten behauptet wird mag dies nicht die alleinige Lösung sein. Die methodenkritische Stellungnahme ist nur ein Mittel, um das Gericht auf den rechtlich richtigen Weg zu bringen. Dazu gehört insbesondere das Hinterfragen von Zeugenaussagen, Beweiserhebungen et cetera. Das Gericht muss also einfach der Amtsermittlung nachkommen. Eine methodenkritische Stellungnahme wie ein familienpsychologisches Gutachten ändern an diesen eigentlichen Problemen nichts.

Jeder, der eine solche Stellungnahme einholt, muss also wissen, dass er damit nur einen kleinen Bereich des Verfahrens gestaltet, und das gegebenenfalls für mehrere 1000 €. Ein eigenes Gutachten scheitert oft daran, dass nur wenige seriöse Gutachter diese auf private Rechnung ohne Anforderung des Gerichtes tätigen. Zudem haben viele Eltern im Verfahren keine Möglichkeit, einen Gutachter mit den Kindern zusammenzubringen. Ein solches Gutachten kann daher nicht das erreichen, was das Gerichtsgutachten (unterstellt das Kind nimmt teil) leisten könnte.

Kein Rechtsgutachten bezahlen!

Zu warnen ist zudem vor Gutachten, die sich hauptsächlich mit den Fragen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts auseinander setzen. Denn in diesen wird der eigentliche Kern der Beweisproblematik ebenso wenig bearbeitet noch genügend diese den Anforderungen an gerichtliche Gutachten.

Wie so oft aber sind alles dies Einzelfragen, die in komplexen Fällen immer in enger Absprache mit einem fundiert arbeitenden Anwalt getroffen werden müssen.

 

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