Moderator berichtet über Jugendamt zwingt mich zu unterschreiben

Jugendamt zwang mich zu unterschreiben – was tun?

Wer mit dem Jugendamt zu tun hat, kennt die Situation: Man wird quasi gezwungen, irgendetwas zu unterschreiben in einer Situation, in der man bestenfalls überfordert, schlimmstenfalls verzweifelt ist wegen der Angst um das eigene Kind. Wie man richtig reagiert erkläre ich euch in diesem Video „Jugendamt zwang mich zu unterschreiben – was tun?“:

Fakten:

Niemand ist gezwungen, etwas zu unterschreiben. Da ich aber immer rate, zumindest nach außen hin zu tun als ob man „mitarbeitet“, ist es sinnvoller, anzubieten das vorgelegte Schreiben mit einem Anwalt oder sonstigen Berater vorab besprechen zu wollen. Damit gewinnt man Zeit und kommt aus der unangenehmen Situation heraus, sofort eine Entscheidung treffen zu müssen. Entscheidungen ad hoc sind selten gut durchdacht, was nicht umsonst viele ausnützen. Wer würde einen Kreditvertrag über 100.000 € blind unterschreiben oder einen Hauskaufvertrag? Jeder würde die Dokumente prüfen und genau unter die Lupe nehmen. Nur der unredliche wird es forcieren dass man sofort unterschreibt.

Gerade wenn man wie gelähmt ist aus der Angst um das eigene Kind sollte man darauf drängen, über eine Unterschrift nachdenken zu dürfen. Dies gilt natürlich auch wenn man etwas aus einem Schriftstück nicht versteht.

Während es also oft am Besten ist, eine Unterschrift ganz zu verhindern, ist es oft ausreichend diese Hinauszuzögern. Bei wirklich eindeutigen Fällen wird sowieso keine Unterschrift benötigt. Dann kann das Jugendamt aus dem SGB VIII heraus tätig werden.

 

Eigene Vorschläge formulieren

Um die oft vorgebrachten Argumente zu verhindern, man verweigere sich der Beratung des Jugendamtes ist es nötig, eigene Vorschläge oder eigene Formulierungen einzubringen. Das ist im Idealfall ein eigenes Konzept, um angebliche Risiken auszuschalten, kann aber auch in einer Umformulierung einer Behauptung des Jugendamtes oder in einem Wunsch eine Passage zu streichen bestehen. Je mehr eigene Anregungen man einbringt, desto einfacher ist es in einem Verfahren vorzubringen dass mildere Mittel zur Verfügung stehen würden als eine Inobhutnahme/Sorgerechtsentziehung.

 

Nach der Unterschrift

Nach einer getätigten Unterschrift ist diese ggf. zu widerrufen oder anfechten oder einer angeblichen Aussage durch eine Gegenvorstellung zu ergänzen. Wenn beide Eltern einer Maßnahme widersprechen endet diese; ein Kind wäre sofort herauszugeben. Dies sollte man aber nicht vorschnell fordern, erst sind die angeblichen Defizite per Konzept einzugrenzen und anzugehen, um ausreichend Material für ein gerichtliches Verfahren gesammelt zu haben. Danach kann man dann loslegen. Ich empfehle wegen der Komplexheit aber eine versierte Unterstützung durch Dritte, Anwälte oder sonstige seriöse Betreuer. „Jugendamt zwang mich zu unterschreiben“ heisst also nicht, dass alles verloren ist. Man muss nur die richtigen Schritte für eine Lösung kennen und in die Wege leiten.

 

 

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