Anwaltsanekdoten aus meiner Zeit als Rechtsanwalt

Anwaltsanekdoten

Ihr kennt ja vielleicht schon selber so manche skurille Situation bei Gericht: Da flippt der Gegner aus, das Gericht vergreift sich im Tonfall oder Richter haben die Akte nicht gelesen. In dieser Reihe zeige ich Euch so manch skurilles auf, das ich in 12 Jahren als Rechtsanwalt erlebt habe. Anwaltsanekdoten aus meiner Zeit als Rechtsanwalt geben dabei einen Ausblick auf den Zustand unserer Justiz: Manchmal ist es zum Lachen, manchmal eher zum Weinen. Aber immer sind es aktendokumentierte Erlebnisse.

Von Richtern, die eigenständig Zeugenaussagen so abändern, dass sie darauf eine  Inobhutnahme von 40 (!) Kindern stützen können über Richter, die sich bedanken, dass man nicht auf ihren Hinweis gehört hat und eine Berufung nicht zurückgenommen hat: Die Justiz ist manchmal in ihrer eigenen Welt gefangen. Da trifft man auf

Screenshot aus "Wenn Richter Zeugenaussagen ändern"

Screenshot aus „Wenn Richter Zeugenaussagen ändern“

Richter ändert Zeugenaussage ab – Anwaltsanekdote

Sachverständige, die eher an Wahrsagerei grenzen als an seriöse Wissenschaft. Oder man wird mit der Falschbehauptung konfrontiert, das total langweilige Plädoyer eines Staatsanwaltes aufgenommen zu haben – der es sowieso langweilig abgelesen hat. Aber nachschauen am Anwaltshandy wollte keiner. Wer diese Lüge verbreitet hat, ist bis heute unklar…

Manchmal sprintet man aus dem Gerichtssaal, für den höheren Zweck (einen Oscar habe ich für Performance nie erhalten), aber nicht um dann Tee mit Freunden zu trinken, weil man sich einen Tag „freigeschaufelt“ hat – ist halt peinlich, wenn ein Gericht dein Facebook überwacht und Ironie nicht erkennt.

Oscarreife Performance: Eine Anwaltsanekdote

Gefährliche Gegenstände werden ebenso gefunden wie Sachverständige, die Aussagen vom Hörensagen interpretieren. Da gibt es lügende Richter und die Situation, dass man es beweisen könne, und natürlich auch das Formelle HKÜ-Recht, bei denen das Gericht verkennt dass man im Rechtsstaat auf das Kindswohl achten müsste.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Auch in der Justiz

Jugendämter vergessen Kindswohlgefährdungen in ihrer Schublade, um dann doch nach einem Jahr eine einstweilige Anordung zu beantragen. Mandanten sterben lieber als eine Missbrauchsgebühr zu bezahlen, und lieber lassen Pflegeeltern Kinder den Zugang zu jugendgefährdenden Schriften nehmen als sich zu kümmern.

Die nicht zurückgenommene Berufung

Screenshot aus dem Video „Die nicht zurückgenommene Berufung“

Richter verlieren Vollmachten, obwohl diese in der Akte eingeheftet sind und das Bundessozialgericht kann es gar nicht erwarten, in Deiner Sache zu entscheiden.

Auch wenn manche Geschichte skuril klingt: Alle sind wahr und lassen sich mit Schriftverkehr, Urteilen oder Protokollen begründen.

Schaut rein in diese kurzweilige Playlist! Anwaltsanekdoten sind kurzweilig.

 

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