Zwischenauswertung Systematische Fehler in Sorgerechtverfahren

Danke an alle erstmal, die mitgemacht haben an unserer Umfrage – natürlich könnt ihr immer noch teilnehmen. Wir sind noch lange nicht am Ende bei der Suche auf Systematische Fehler in Sorgerechtsverfahren.

Trotzdem möchte ich Euch ein paar Zwischenfakten nicht vorenthalten, weil ich diese Ergebnisse unserer Auswertung systematische Fehler in Sorgerechtsverfahre sehr spannend finde:

 

Zur Statistik

30 Teilnahmen bisher, 41% 1 und 41%2 Kinder, Rest 3 od. 4 Kinder betroffen. Teilgenommen haben nur Eltern, Anwälte nicht (was in der Testphase ja ok ist)

Immerhin 20% bezahlten Stundenhonorar, 43% VKH.

83% waren durch Anwalt vertreten, 13% alleine, Rest mit Beistand.

Das also zum Querschnitt.

 

Wichtigste Systematische Fehler

Die am meisten angeklickten Fehler in Euren Sorgerechtsverfahren (auf die Bezugssumme 30 Teilnehmer bezogen) sind bisher folgende:

90%

90% sagen, dass Aussagen Jugendamt nicht auf Wahrheit überprüft werden. Das ist samit mit Abstand die am Meisten gewählte Fehlerquelle in unserem Einschätzungsbogen.

über 80%

83% sagen dann, dass der Kindeswille ignoriert wird, wenn er dem gerichtlichen / behördlichen nicht entspricht. Genauso oft werden Beweise der Eltern ignoriert.

80% sagen, der Verfahrensbeistand vertrat nicht die Interessen des Kindes

über 70%

73% sagen, dass ihr vertretbares Verhalten nur deshalb negativ bewertet wurde, weil es eine andere Entscheidung ist als es das Gericht will.

70% sagen, dass Gutachter falschen Sachverhalt berücksichtigt haben oder dass Gericht nur ein Gutachten eingeholt haben, sonst keine Beweise und dass über die Freiwilligkeit der Begutachtung nicht aufgeklärt wurde.

 

Diese Evergreens sind auch die, die erinnerlich in den meisten Verfahren während meiner Zeit als Anwalt aufgetreten sind.

Unwichtigste Systematische Fehler

Dass diese Faktoren am seltensten angeklickt wurden, verwundert mich auch kaum:

bis 10%

10% sagten, dass Zeugen erst NACH Gutachtenserstellung vernommen wurden und damit das Gutachten kaum beeinflusst haben und dass rassistische Tendenzen vorlagen.

bis 20%

15% sagten, dass der Richter Empfehlungen des Gutachters ignoriert hat und dass  VKH aufgrund angeblicher Erfolglosigkeit verweigert wurde.

 

Das ist natürlich alles andere als repräsentativ, zumal die Validität der Angaben bisher auch nicht stichprobenartig überprüft wurden. Trotzdem finde ich das Ergebnis fürs erste sehr spannend.

 

Ergänzungen?

Teilt mir bitte mit, ob ihr noch neue Fragen eingefügt haben wollt oder ob der Fragebogen so bleiben soll. Das Ergebnis lebt von unser aller Engagement.

Teilt natürlich auch nach wie vor den Fragebogen, denn mehr teilnahmen sind besser als weniger.

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